Papamoa – Rotorua – Napier

Zur Feier der ersten Woche im Campervan haben wir uns am Donnertag in Papamoa der frischen Luft gewidmet. Wir sind erst auf den Mount Manganui, einem Hügel an der Landspitze nördlich von Papamoa. Ein gut halbstündiger, steiler und schweisstreibender Aufstieg wird durch atemberaubende Ausblicke auf das Meer, den Hafen von Tauranga, den Strand und auch die kleine Ortschaft am Fusse des Bergs belohnt. Kaum wieder unten ging nach einer kleinen Stärkung unser Surfkurs los. Da wir beide schon einmal auf dem Surfbrett gestanden sind haben wir einen Privatkurs als Refresher gebucht, was sich absolut gelohnt hat. Der sympathische Tim hat uns nochmals die Grundzüge erklärt, und dann ging es auch schon raus aufs Wasser. Wir hatten zwei Stunden lang einen riesen Spass und konnten doch einige Wellen stehend reiten! Der Entschluss war danach schnell gefasst, dass wir irgendwo auf unserer Reise nochmals surfen wollen.

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Blick vom Mount Manganui nach Papamoa Beach

Gestern fuhren wir dann von Papamoa Beach nach Rotorua, einem geothermisch aktiven Gebiet im Landesinnern. Dort konnten wir am Nachmittag gleich zwei Sachen aufs mal erleben. Im Te Puia-Gelände konnten wir einerseits Geysire (der Grösste kann bis zu 30 m hoch spritzen!) und Schlammpools bestaunen und andererseits wurde uns die Maorikultur etwas näher gebracht. Es wurden sowohl traditionelle Tänze wie auch Handwerkskünste wie Schnitzen und Weben gezeigt und erklärt. Ein sehr eindrucksvoller Nachmittag – trotz oder vielleicht auch wegen den doch sehr strengen Schwefelgerüchen… Am Abend haben wir die Stadtlage des Campingplatzes genutzt und zur Abwechslung mal auswärts gegessen, Indisch vom Feinsten und davor ein paar Bierchen in einem tollen Pub.

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Der Chief flösst beim einschüchtern des Feindes

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Geysir-Ausbruch in Te Puia

Den Nachteil Rotoruas bemerkten wir heute beim Aufstehen: Öffnet man die Campertüre so schlägt einem ein netter Schwefelgeruch entgegen so dass man sich am 1. August am Rhein wähnt… Also schnell raus aus der Stadt. Als erstes fuhren wir nach Matamata, um „Hobbiton“, das Hobbit-Dorf der Herr der Ringe und Hobbit-Filmen, zu besichtigen. Erst waren wir etwas skeptisch, doch die Besichtigung hat sich wirklich gelohnt. Das Filmset steht noch genau so wie es für die Hobbit-Filme gebaut wurde da, und man wähnt sich wirklich in einem kleinen Paradies mitten in der Natur wo der Fuchs noch dem Hasen (oder dem Hobbit) gute Nacht sagt. Die Detailtreue ist überwältigend und ausser einem Baum und ein paar aufgehängten Fischen ist auch alles natürlich (inkl. echtem Gemüsebeet etc.).

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Bilbo Baggins’s Haus Bag End

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Blick auf Hobbiton

Von Matamata aus stand uns dann nochmals eine längere Fahrt bevor, da wir an die Küste nach Napier wollten. Das heisst, vor allem ich wollte nach Napier, da dies baulich eine einzigartige Stadt ist. 1931 wurde die Stadt fast vollkommen durch ein Erdbeben zerstört und musste neu aufgebaut werden. Anstatt alte Gebäude zu rekonstruieren entschied man sich dafür, die Stadt im damals aktuellen Art Deco Baustil neu zu erstellen was sich definitiv gelohnt hat. Heute gilt Napier als eines der weltweit schönsten Beispiele dieses Baustils – man könnte sich vorkommen wie mitten in einer pastellfarbigen Dreissigerjahre-Welt.

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Art Deco in Napier

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Art Deco in Napier

Übrigens: Nach zwei Wochen Ferien scheinen wir schon zu alter (junger) Frische zurückgekehrt zu sein. Heute mussten wir beim Einkaufen doch tatsächlich beide unseren Pass vorweisen damit wir Bier kaufen konnten ;-P

Auckland – Takapuna – Paihia

Am Donnerstag flogen wir von Sydney nach Auckland (Tagwache um 0530!). Die Einreise nach Neuseeland gestaltete sich dabei eher mühsam, da die Kiwis sehr darauf bedacht sind, ja keine fremden Arten einzuschleppen… Schlussendlich kamen wir aber doch ohne grössere Probleme (ausser dem langweiligen Anstehen) durch den Zoll. Dann ging’s mit dem Bus zur Camper-Vermietung, wo wir unser trautes Heim für die nächsten vier Wochen übernehmen konnten. Dass wir ein kleines Auto reserviert hatten war uns bewusst, nur die 298’000 km auf dem Tacho überraschten uns etwas (Wenn unser Mighty 300’000 geschafft hat werden wir eine kleine Feier veranstalten)…

Quer durch den Feierabendverkehr fuhren wir dann nach Takapuna Beach auf den Campingplatz. Seit langem konnten wir mal wieder etwas kochen und dabei gleich die Kücheneinrichtung des Campers austesten. Die Nacht im Camper war wunderbar – so still war es schon lange nicht mehr, es war nur gerade die Brandung zu hören!

Tags darauf haben wir uns auf den Weg nach Auckland gemacht und uns die Stadt ein bisschen angeschaut. Viele Hochhäuser, ein paar ältere Gebäude und ein riesiger Hafen gibt es dort zu entdecken. Sicher wäre auch das Nachtleben nicht zu verachten, aber dieses liessen wir getrost für ein weiteres gutes Abendessen und eine weitere ruhige Nacht aus.

Am Samstag hiess es dann wieder früh aus den Federn. Vicky (die ich noch aus London kenne) erwartete uns auf der Half Arse Farm zum Crate Day (eine Art Harassenlauf ohne Laufen aber mit Band und Schaf vom Spiess). Also zusammenpacken, einkaufen (ja ein paar Bier) und ab zur Farm. Um 11 Uhr ging’s dort los mit trinken, plaudern, lachen… Am Nachmittag wurde die Wasserrutsche in Betrieb genommen, und als Gäste kamen wir natürlich nicht drum herum auf dieser Plane mit Seifenwasser den Hang hinunter zu rutschen. E sau Gaudi! Ab da wurde es ein feuchtfröhlicher Abend mit Konzerten und interessanten Gesprächen (Shouldn’t you be drinking Heineken cause you’re Swedish? – Eeehhh, no, we’re Swiss and Heineken is Dutch…).

Heute (Sonntag) sind wir dann endgültig weg aus der Region Auckland in Richtung Norden nach Paihia. Auf dem Weg dorthin haben wir einige Tipps von Vicky umgesetzt. Unteranderem einen Stopp bei Goat Island, wo wir Schnorchel und Wetsuits gemietet und die Unterwasserwelt dieser geschützten Meeresbucht erkundet haben. Nach einer kurzen Eingewöhnung konnten wir die Schnorchlerei so richtig geniessen und haben allerhand Fische entdeckt, unteranderem auch einen Stachelrochen! Nach einer kurzen Erholungspause tuckerten wir weiter gen Norden, wo wir noch Stopps bei den Abbey Caves, einer Höhle mit Glühwürmchen (darin siehts aus wie unter einem grossen Sternenhimmel), und den Whangarei Falls, einem riesigen Wasserfall einlegten. Gegen Abend erreichten wir dann ziemlich erledigt den Campingplatz kurz von Paihia, wiederum direkt am Meer gelegen und topmodern eingerichtet.

Inzwischen haben wir uns im Camper ganz gut eingelebt und wir sind gespannt was uns die nächsten Tage hier im Norden erwarten wird.

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Takapuna Beach Holiday Park

Snorkeling @ Goat Island

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Beachside Holiday Park, Bay of Islands

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Unser Mighty @ Beachside Holiday Park, Bay of Islands

 

Gallery

Sydney

Nach drei Tagen in Sydney werden wir morgen bereits weiter nach Neuseeland reisen, wo wir in Auckland unseren Camper übernehmen. Zeit also, einen kleinen Rückblick über die letzten Tage zu posten.

61’000 Schritte in 3 Tagen (App sei Dank wissen wir das) gekoppelt mit 15 Stunden Schlaf in drei Nächten ergeben eine tolle Zeit in Sydney. Die kurzen Nächte verdanken wir einer Nachtbaustelle und den netten Handwerkern im Laden unter unserem Zimmer welche ab 7 Uhr Musik hören… Die vielen Schritte verdanken wir einer tollen Stadt, wo Michel mir sehr viel zeigen konnte: The Rocks (Altstadtquartier), Harbour Bridge, Opernhaus, Botanischer Garten, Darling Harbour (hypermodernes Touristenquartier), Strandstunden in Manly und Bondi sowie eine schöne Küstenwanderung von Bondi nach Coogee. In Coogee konnten wir sogar noch ein bisschen in der Sonne liegen und schwimmen. Im Taronga Zoo gab es sehr viel zu sehen – auch wenn sich einige Tiere vor uns versteckt haben. Auch Wettermässig hat sich Sydney von einer super Seite gezeigt, meist hat es nur in der Nacht oder während dem Essen geregnet – bei 25 bis 30 Grad :-P. Ach, und Emu- und Känguru-Pizza haben wir auch noch gegessen. Mmmhhhh…

Nun sind wir sehr gespannt, wie es morgen weiter geht. Immerhin wissen wir für die ersten beiden Nächte schon, auf welchem Campingplatz wir sein werden.

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Coogee Beach, Sydney

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Royal Botanic Gardens, Sydney

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Harbour Bridge, Opera House und mir zwei, Sydney

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Taronga Zoo, Sydney

1. Etappe geschafft

Nach 26 Stunden Reise von Basel via Zürich und Dubai sind wir um Mitternacht ortszeit gut im Hotel in Sydney angekommen. Jetzt wird noch kurz mit einem Bier aus der Minibar angestossen und dann versuchen wir zu schlafen. Wir sind gespannt ob’s trotz Nacht-Baustelle vor dem Fenster klappt – müde und erledigt von der Reise sind wir schon mal…

Liebe Grüsse und bis bald!

Y pagg in my Ruggsagg…

In einer Woche sind wir schon auf der grossen Reise ans andere Ende der Welt, der Countdown läuft mit grossen Freudensprüngen und irgendwie auch gnadenlos dem Tag 0 entgegen…

Deshalb wollten wir heute die grosse Probepack-Aktion starten, damit wir auch wissen ob wir schön brav innerhalb der Gepäcklimiten bleiben und nicht schon zum vornherein unser Reisebudget unnötig belasten. Die wenigsten Kilos dürfen wir auf den Flügen von Neuseeland nach Tasmanien und dann nach Melbourne mitnehmen. 23 an der Zahl. Eine ganz schöne Challenge wenn man den Haufen einzupackender Dinge betrachtet.

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Nach dem mühseligem Zusammensammeln unserer Habseligkeiten ist nun die Energie am Ende – oder der Wein tut seine Wirkung. Leider haben wir’s heute Abend nur bis zum bereitlegen der Sachen geschafft, morgen wir dann mit neuen Kräften alles verpackt und auf die Wage gestellt. Aber das erst wenn wir wohl gestärkt vom Brunchen und dem FCB-Match zurück sind.