Tongariro NP – Wellington – Picton

Von Napier aus führte uns der Weg in Richtung Westen landeinwärts in den Tongariro Nationalpark. Und wir hatten auf dieser Strecke etwas zu feiern, denn Mighty hat auf dieser Fahrt seine 300’000 km geknackt, und dies bei stabiler Gesundheit! Zwar leuchtet mal wieder das „Check Engine“-Lämpchen, aber wir wissen ja inzwischen, dass Mightys im Alter kleinere Probleme mit der Verdauung (Katalysator) haben… Die Fahrt selbst wäre sicher schön – jedoch haben wir wegen Nebel und Regen davon nicht all zu viel mitgekriegt. Tags darauf bescherte uns Petrus aber ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Just für den grossen Wandertag hat er den strahlendblauen Himmel ausgepackt!

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Mightys 300’000 (dreihunderttausendster) Kilometer

Auf dem Programm stand am Montag die Tongariro Alpine Crossing-Wanderung, welche durch das Gebiet eines aktiven Vulkans führt der vor zwei Jahren zuletzt ausgebrochen ist (nach mehr als 100 Jahren Passivität). Seither wurde ein Warnsystem installiert, welches die Wanderer bei Veränderungen im Krater warnt und damit die Wanderung relativ sicher macht. Auf der Fahrt zum Startpunkt mit dem Shuttlebus (Abfahrt 7 Uhr) war es ganz schön spannend zu sehen, wie verschiedene Leute eine solche Wanderung angehen (von Papiertragtaschen über einfache Turnschuhe bis hin zu Rock und Muskelshirts haben wir fast alles gesehen. Bei angegebenen 6-8 Stunden Wanderzeit und 800 Höhenmeter hoch und 1100 Metern runter staunt man da schon ein wenig…).
Der erste Teil der Strecke bis zu den Sodaquellen war noch recht eben und eignete sich bestens, sich einzulaufen und aufzuwachen. Danach führte der Weg ziemlich steil hinauf zum Südkrater – eine riesige Ebene zwischen Gebirgszügen. Die Überquerung dessen verschaffte uns wieder etwas Schnauf, nur um beim Aufstieg hoch zum roten Krater wieder ausser Atem zu kommen. Spätestens dort war uns aber klar, welch perfekten Tag wir für diese spektakuläre Wanderung erwischt haben. Die Fernsicht reichte Meilenweit über Hügel, Berge, Wälder und Seen bis hin zu verschneiten Gipfeln, und gleich zu unseren Füssen dampfte der Fels und wärmte die Füsse. Kurze Pause, ein paar Fotos und weiter ging’s in unserem doch zügigen Tempo hinunter zu den Emerald Lakes, Seen welche durch die Mineralien im Fels die tolle Farbe erhalten. Entlang einer weiteren Kraterebene folgte ein letzter Aufstieg zum blauen See wo man in die gefährliche Zone des Vulkans eindringt. Die Wanderer sind angehalten keine Unnötigen Pausen einzulegen und die Gefahrenzone so schnell wie möglich zu durchqueren. Leider ist die Landschaft aber so wunderschön, dass wir immer wieder für Fotos anhalten mussten – und dies trotz des mulmigen Gefühls, wenn man den Vulkan rauchen sieht (an einzelnen Stellen waren immer noch die Einschlaglöcher vom letzten Ausbruch zu sehen was nicht unbedingt zur Beruhigung beitrug). Der Abstieg führte uns dann erst durch eine karge alpine Landschaft, welche immer buschiger wurde und schlussendlich für die letzten vier Kilometer durch den Wald führte. Bereits nach fünfeinhalb Stunden (ja, wir hätten auch mehr Pausen machen können 😉 ) erreichten wir glücklich aber ziemlich erschöpft den Zielort und konnten zwei Stunden ausspannen und mit anderen Wanderern plaudern, bis der Shuttle seine Kunden wieder einsammelte. Den Rest des Tages verbrachten wir ziemlich faul und waren sehr früh im Bett.

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Roter Krater mit dem Gipfel des Ngauruhoe im Hintergrund

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Blick vom roten Krater zu den Emerald Lakes und dem Blue Lake

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Der rauchende Vulkan

Gestern fuhren wir vom Nationalpark aus dann das letzte Teilstück auf der Nordinsel hinunter nach Wellington – mit einem Zwischenstopp in Palmerston North beim New Zealand Rugby Museum. In Wellington blieben uns leider nur einige Stunden, da wir am nächsten morgen bereits die Fähre gebucht hatten. Das wenige, was wir von der Stadt bei schönstem Wetter gesehen haben hat uns aber sehr gut gefallen! Eine Stadt mit viel Charme, einem lebendigen und kreativen Hafenviertel und einer Ausgangsmeile die unsere Steinenvorstadt glatt in den Schatten stellt.

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Schneebedeckte Gipfel im Tongariro National Park

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Hafengebiet in Wellington

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An paar Haie in Wellington

Heute Morgen hiess es wiederum früh aufstehen, denn die Fähre brachte uns zusammen mit Mighty nach Picton resp. auf die Südinsel, wo wir die nächsten zwei Wochen verbringen werden. Die Überfahrt durch den Cook Straight dauert doch drei Stunden – genug Zeit um die Landschaft zu geniessen. Den Nachmittag haben wir damit verbracht, das kleine Städtchen Picton zu entdecken und haben uns wegen dem zwischenzeitlichen Regen im Aquarium die Zeit vertrieben. Das Aquarium ist in erster Linie eine Auffangstation für verletzte Meerestiere, die dort aufgepäppelt und nach der Genesung wieder freigelassen werden. Als Besucher hat man Zugang zu den Auffangbecken und kann die Tiere beobachten – ganz aus der Nähe und ohne das Gefühl, dass die Tiere nur zum Geldverdienen ausgestellt werden.
Auf dem Nachhauseweg haben wir dann im Hafen sogar noch zwei wilde Rochen gesehen, wie sie friedlich am Ufer entlang schwammen!

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Fährfahrt nach Picton

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Rochen im Hafen von Picton

2 thoughts on “Tongariro NP – Wellington – Picton

  1. Papi Georgy says:

    Hi mini Liebe,
    es isch dr Hammer was ihr chönnet erläbe !
    Euere Reisebricht liest sich sehr spannend.
    Und d’Fotos sin absolut Profimässig.
    Mir sitze alli bi Euch im Auti und warte uf di nächsti
    Episode.
    Jetzt bin i bim Omi und sie isch au ganz begeischteret.
    Ganz viil Glück und Spass uf em witere Wäg.
    Mir gruesse us em warme Spanie mit digge Mutz.
    Bis gli wider Omi und Papi

  2. Thüring Renata says:

    Hoi ihr beide,
    mir hän vom christian eueri website grigt und hüt hämer euri reis verfolgt!!! super und mir bechöme grad s fernweh…..
    mir bewundere eure muet und beniede euri unternämigsluscht!
    sicher wärde mir euch jetzt immer wieder, wenn au nur im PC uf eurere tour begleite…freue uns scho uf eure negschte bricht.
    no rächt viel spass und glügg bis s negscht mol
    mir grüesse euch härzlig renata und peter

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